Über das Scheffeln von Kohle…

14.4.2018

Erst mal vorweg: Jeder würde gerne mächtig Kohle, und zwar nicht unbedingt verdienen (das wäre ja mit Aufwand verbunden…), sondern einfach nur  haben. Bei den meisten Menschen quer durch die Menschheitsgeschichte, und mögen sie sich noch so idealistisch geben, findet sich im Hintergrund der wahre Zweck ihres Tuns, nämlich sich selbst in eine ökonomisch möglichst vorteilhafte Position zu bringen.

Ich gebe zu, ich bin auch keine Ausnahme: Eine schöne Villa, möglichst in einer angenehmen Klimazone in Strandnähe gelegen, ein hübsches Auto mit allen möglichen Extras, dazu ausreichend Hauspersonal, das die Drecksarbeit wie Staubsaugen, Rasenmähen und Kloputzen erledigt, das alles lässig aus der Portokasse finanziert, dazu noch das nötige Kleingeld, um nach Lust und Laune nach Paris oder sonst wohin zum Shoppen zu jetten – das ist eine Vorstellung, die durchaus ihren Reiz hat.

Und was tun die Menschen nicht alles, um solches zu erreichen. Sie gründen politische Parteien, Firmen, Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften, lügen, betrügen, stehlen, rauben und morden und kommen auch sonst auf die absurdesten Ideen, wie sie es hinbekommen könnten, sich die Taschen zu füllen. Bei weitem nicht alle dieser Ideen bewegen sich im Bereich der Legalität.  Manche sind so dummdreist, dass die vermeintlich geniale Geschäftsidee ziemlich schnell vor dem Richtertisch endet, es sollen sogar schon Leute versucht haben, Geldscheine mittels Farbkopierer zu vervielfältigen – jedenfalls mit normaler ehrlicher Arbeit lässt sich wohl kaum echter Reichtum anhäufen.

Sich mit so Dingen wie organisiertem Verbrechen zu befassen, ist auch nicht jedermanns Sache. Auch hier gelingt es nur den Wenigsten, den Weg an die Spitze zu überleben, auch wird man dann wohl kaum seinen Reichtum in Ruhe genießen können, weil man ständig fürchten muss, dass man von irgendeinem Kontrahenten abgeknallt wird oder dass einem ein Sondereinsatzkommado der Polizei die Türen eintritt. Abgesehen von der moralischen Dimension einer solchen Existenz; wiewohl die meisten Menschen in der Praxis weniger ethisch handeln mögen, also sie in der Theorie vorgeben, braucht es wohl für eine erfolgreiche Karriere als Mafiaboss eine besondere Portion moralischer Skrupellosigkeit. In letzter Konsequenz will am Ende dann doch nicht jeder über Leichen gehen, und sei es nur, weil er kein Blut sehen kann.

Auch das Gründen einer Religionsgemeinschaft kommt nur für wenige in Frage; wer will denn dann schon lebenslänglich vorgeben, selbst an den Blödsinn zu glauben, den man sich aus den Fingern gesaugt hat, um seine Getreuen zahlungskräftig bei der Stange zu halten…

Also echten Aufwand will man nicht betreiben müssen, um das alles zu finanzieren, was das Leben angeblich so angenehm macht: Was nützt einem die Luxusvilla mit Pool, Wellnessbereich und hauseigenem Golfplatz, wenn man 14 Stunden am Tag von einem Termin zum nächsten hetzen muss, um das alles zu bezahlen und am Ende von seinem Anwesen eigentlich nur das Klo, das Schlafzimmer und den Weg zur Garage kennt und beim morgendlichen Verstoffwechseln des vorabendlichen Kaviars einen Leibwächter hinter der Spülung stehen haben muss…

Dennoch phantasiert wohl ein Jeder gelegentlich von einem sorgen-und stressfreien Leben in finanziell komfortabel ausgestatteter Umgebung. Doch selbst die Wenigen, denen so ein Dasein schon durch ihre Herkunft in die Wiege gelegt ist, wie die Erben alter Industriekonzerne und noch älterer Adelshäuser, können ihren Reichtum nicht so unbeschwert genießen – die wiederum sind an eine Unmenge teils skurriler Konventionen gebunden, müssen ständig aufpassen, daß ihnen beim gemütlichen Treffen mit der unbekannten Strandschönheit nicht ein Paparazzo den Pimmel abfotografiert und müsssen einen Teil ihres Vermögens an karitative Organisationen abgeben, um zu beweisen, dass ein großes Vermögen zu besitzen nicht automatisch bedeutet, ein schlechter Mensch zu sein.

Man könnte Rockstar werden und einen Hit schreiben. Aber das funktioniert auch nicht so ohne weiteres – ich hab’s probiert, es klingt leichter als es ist: dazu braucht man Talent, Ideen, Beziehungen, einfach nur saumäßiges Glück, man rennt sich die Hacken ab beim Hetzen von einem in-Event zum nächsten und am Ende artet es wieder nur in Arbeit aus.

Na ja, und bis der 36 ste Song auf der 5 ten selbst produzierten CD endlich ein Hit wird, bis sich herausstellt, daß man ein jahrzehntelang verheimlichter halblegitimer Sproß aus einem Fehltritt der eigenen Mutter mit einem antarktischen Prinzen ist und man somit über 3 Ecken einem atlantischen Königshaus angehört – solange wird man sich bescheiden, ohne Leibwächter aufs Klo gehen, am Strand entspannt unbeobachtet schnaxeln, sich benehmen wie man will und sich in Zeiten der finanziellen Depression mit einer einfachen Lebensweisheit trösten:

Die Sonne scheint für alle gratis….

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